Definition Berufsunfähigkeit

Zunächst zu der Definition Berufsunfähigkeit.

Es gibt keinen einheitlichen, allgemein gültigen Begriff der Berufsunfähigkeit. Er taucht in verschiedenen Rechtsgebieten auf, in der Sozialversicherung, Krankenversicherung oder auch in berufsständischen Versorgungswerken.

Zunächst zur DRV Die BU-Rente als solche gibt es nicht mehr bzw. wurde ja für alle, die nach 1961 geboren wurden ,gestrichen und durch die EU ersetzt. Die volle Erwerbsminderungsrente erhält, wer weniger als 3 Stunden arbeiten kann. Anspruch auf Halbe Erwerbsminderungsrente hat derjenige, der 3- 6 Std. z.B. in einem Teilzeitjob arbeiten kann. Der beruf als solcher ist bei der DRV nicht versichert. Es geht de facto darum, ob Sie in der Lage sind überhaupt noch irgend eine Tätigkeit ausüben zu können – und sei es als Nachtwächter oder Pförtner.

Nun zu den Versorgungswerken.

Bei den Versorgungswerken ist zwar der Kammerberuf versichert, aber ein Anspruch auf BU-Rente entsteht bei erst dann, wenn das Mitglied des Versorgungswerkes nicht mehr in der Lage ist, irgendeine Tätigkeit in seinem Beruf auszuüben und die gesamte berufliche Tätigkeit im Kammerberuf eingestellt wurde. Bei Selbstständigen darf der Betrieb, die Praxis oder die Kanzlei nicht weitergeführt werden, auch nicht durch einen Vertreter. Bei Angestellten darf kein Gehalt mehr bezogen werden. Wenn noch eine Restarbeitsfähigkeit besteht, kann das Versorgungswerk die Zahlung einer BU-Rente verweigern und das Mitglied auf eine andere Tätigkeit verweisen. Da der Kammerberuf an sich versichert ist, kommt bei der Verweisung eine Tätigkeit als Nachtwächter oder Pförtner nicht in Betracht, wohl aber eine Tätigkeit bei einem Verlag in der juristischen, medizinischen oder pharmazeutischen Abteilung, auch eine aufsichtsführende oder eine Lehrtätigkeit kommt in Betracht.

Ob der Kammerberufler mit seiner eingeschränkten Einsatzfähigkeit eine solche Stelle überhaupt bekommt, ist unerheblich. Das Arbeitsmarktrisiko trägt das Mitglied des Versorgungswerkes, nicht das Versorgungswerk.

Von staatlicher Seite – so kann man zusammenfassend feststellen -ist also nichts oder wenig zu erwarten. Daher denken viele über eine private-BU-Vorsorge nach.

Private Versicherer gewähren – verkürzt gesagt – ab einer gesundheitlichen Beeinträchtigung von 50% eine BU-Rente.