Willkommen bei der VERSORGUNGSNETZWERK GmbH

Ein Unfall, ein Schlaganfall, Burnout – das sind nur drei Beispiele, die zu einer Berufsunfähigkeit führen können.

Was ist, wenn man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann?

Gesetzlich Versicherte, die nach dem 1.1.1961 geboren wurden, haben bei Reduzierung oder Verlust der Arbeitskraft nur noch Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente, nicht mehr auf eine Berufsunfähigkeitsrente.

In der Regel reicht diese nicht aus, um den Lebensstandard auch nur annähernd halten zu können. Und bei Selbstständigen sieht es häufig noch dramatischer aus, da sie gesetzlich meist nicht abgesichert sind und obendrein privat abgeschlossene Policen viel fach Vertragsbedingungen enthalten, die es dem Versicherer ermöglichen, die Zahlung einer Berufsunfähigkeits-Rente abzulehnen.

Da die Berufsunfähigkeitsversicherung im Ernstfall die Existenz absichern muss, zählt sie zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt, und daher sollten die Vertragsbedingungen sehr genau geprüft werden.

Dr. Angelika Bischoff, Vorstand der Versorgungsnetzwerk GmbH, referierte zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung während einer Veranstaltung auf Einladung vom Bremer Regionalkreis von „Die Familienunternehmer -ASU“ und „Die Jungen Unternehmer -BJU“ in der Havanna-Lounge.

Dabei wurde deutlich, dass die Versicherungsbedingungen gerade für Selbstständige, Führungskräfte und/oder Besserverdienende zahlreiche Fallstricke enthalten und sich insbesondere dieser Personenkreis nicht auf Ratings verlassen sollte. Wer nun unter den vielen Angeboten die für ihn richtigen Klauseln gefunden hat, steht möglicherweise bei der Antragstellung vor dem nächsten Problem. Liegen Vorerkrankungen vor, kann der Versicherer den Antrag ablehnen, einen Risikoaufschlag erheben oder bestimmte Krankheitsbilder ausschließen – natürlich die, die das vorrangige Risiko bilden.

Auch ein Besuch beim Psychologen kann zur Ablehnung führen. Wer nun glaubt, solche und andere „Bagatellen“ einfach verharmlosen oder weglassen zu können, irrt. Bischoff warnt sogar eindringlich davor, auch wenn es immer wieder Versicherungsvertreter oder -makler gibt, welche ihre Kunden geradezu dahin drängen.

Stellt der Kunde später einen Antrag auf Berufsunfähigkeits-Rente, prüft der Versicherer sehr genau. Sollte sich dabei herausstellen,
dass falsche oder lückenhafte Angaben gemacht worden sind, kann der Versicherer u.U. vom Vertrag zurücktreten.
Die Folge: Die Versicherung zahlt nicht. Bischoff wies darauf hin, dass eine „vorvertragliche Anzeigeptlichtverletzung“ riskant und auch unnötig ist, zumal einige Versicherer auch Kunden mit schwerwiegenden Vorerkrankungen Versicherungsschutz bieten.

Brisant ist das Thema Klauseln in den Versicherungsbed ingungen. Insbesondere für Selbstständige, Weisungsbefugte und/ oder Besserverdienende gibt es etliche Fallstricke in den Verträgen, die bewirken, dass trotz eines gesundheitlichen Super-GAUs vom Versicherer kein Cent gezahlt wird. Berufsunfähigkeit ist keinesfalls eine rein medizinische Frage.
Lt. Rechtsprechung sind Selbstständige bzw. Weisungsbefugte erst dann berufsunfähig, wenn sich im gesamten Betrieb keine angemessene und zumutbare Tätigkeit für sie findet, die sie trotz Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung noch ausüben könnten. Wenn gesundheitlich nicht von vornherein jedwede Tätigkeit ausgeschlossen ist, wird die Möglichkeit einer sog. Umorganisation immer geprüft – egal, ob es in den Versicherungsbedingungen steht oder nicht.

Ein Selbstständiger bzw. Weisungsbefugter muss u.a. damit rechnen, dass er die Tätigkeit einer seiner Mitarbeiter übernehmen muss oder dass er – wenn er nicht mehr Auto fahren oder Verhandlungen führen kann – zu seiner Unterstützung einen neuen Mitarbeiter einstellen muss. Kann er sich nur noch im Rollstuhl fortbewegen, wird er sicher seltener als vorher Kunden besuchen – aber er kann ja umorganisieren und seine Kunden auch vor Ort empfangen. In all diesen Fällen kann der Versicherte weiterhin tätig sein, und er erhält u.U. keine Berufsunfähigkeits-Rente.

Welche Einkommenseinbußen können dem Versicherten zugemutet werden?
Wer trägt die Kosten für die Umorganisation?

Bischoff wies darauf hin, dass hier letztlich die Berufsunfähigkeits-Bedingungen entscheidend sind. Da es jedem Versicherer – im Rahmen der Gesetze – frei steht, hier eigene Kriterien festzu legen, empfiehlt Bischoff, sich ordentlich und unabhängig beraten zu lassen. Viele Versicherungsmakler sind – gerade was die Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit angeht – nicht auf dem Laufenden.

Daher sind Experten gefragt.
Kontakt zu Dr. Angelika Bischoff,
Gesellschafterin-Geschäftsführerin,
Versorgungsnetzwerk GmbH, HRB 33888 HB, Hollerlander Weg 96, 28355 Bremen, dr.ab@t-online.de.

W&W Bremer Unternehmermagazin Nr. 15 / Juli 2010